Verkehrsregeln und höhere Bußgelder

von Jens vom Kolberg-Café

Einige Neuregelungen im Straßenverkehr in Polen - vor allem für Autofahrende wichtig.

Schnellstraße in Polen.
Schnellstraße in Polen.

 

Wieder einmal gibt es neue Regeln im Straßenverkehr in Polen, die Du kennen solltest. Insbesondere wenn Du aus Deutschland kommst, ist es für Dich vielleicht ungewohnt: Fast alle anderen Länder haben deutlich strengere Strafen, wenn Straßenverkehrsregeln missachtet werden. Das betrifft vor allem Autofahrende, aber natürlich auch Fahrradfahrende und zu Fuß Gehende.

Die beste Empfehlung: Rücksichtsvoll verhalten, die Regeln (vor allem Geschwindigkeits- und Parkregeln und Regeln, wo welches Fahrzeug erlaubt ist) einhalten. Es ist aufgrund der hohen Risiken für Verletzungen und Tötungen insbesondere im Straßenverkehr mit dem Auto kein Kavaliersdelikt, wenn zum Beispiel Geschwindigkeitsbegrenzungen ignoriert werden. Auch, wenn sich das manchmal in Gesellschaften etabliert hat.

Neuer Bußgeldkatalog seit August 2025

Vor allem hat sich der Bußgeldkatalog geändert und unsere Empfehlung fürs Autofahren in Kolberg (und generell in Polen) wird noch wichtiger für Dich: Halte Dich am besten an alle Regeln - auch, wenn das nicht alle anderen auch tun. Gerade bei Geschwindigkeitsüberschreitungen wird es nun noch teurer, wenn Du erwischst wirst. Sind es mehr als 30 Stundenkilometer über der erlaubten Geschwindigkeit, kostet Dich das fast 100 Euro. Bei noch höherer Überschreitung fast 200 Euro - ab 50 Stundenkilometer mehr als erlaubt sind es knapp 1.200 Euro plus Führerscheinentzug. Werden andere Menschen durch das Rasen gefährdet oder verletzt oder gar getötet, sind die Strafen noch höher, inklusive Freiheitsstrafen.

Übrigens ist es dabei gleichgültig, ob die rasende Person aus Polen oder aus Deutschland kommt. Führerscheinentzug funktioniert auch grenzübergreifend.

Anti-Gaffer: Fotografierverbot an Unfallstellen

Das Fotografieren in Unfall- oder ähnlichen Situationen ist verboten, damit vermieden wird, dass Rettungseinsätze behindert werden. Auch hier können mehrere tausend Euro Geldstrafen, Fotokamera-Einzug und Arreststrafen verhängt werden. Damit ist nicht die Dokumentation eines Blechschadens gemeint.

Lebenslanges Fahrverbot möglich

Wie gesagt: Auch, wenn Autofahrende aus Deutschland Rasen, disziplinlos gegen die Regeln unterwegs sind oder rücksichtslos im Straßenverkehr agieren, wird dies in Deutschland vollstreckt. In Polen ist ein lebenslanges Fahrverbot in kritischen Fällen möglich.

Empfehlung: Rücksichtsvoll sein, Regeln akzeptieren

Sicher, es hat sich eingebürgert: Mal eben im Halteverbot halten, ein paar Stundenkilometer zu schnell fahren ("machen ja alle") oder noch schnell riskant überholen - es ist für manche eine Umgewöhnung, sich an die Regeln zu halten. Aber eine Umgewöhnung, die nur Vorteile hat: Sicher dauert eine Fahrt dann vielleicht ein paar Minuten länger, dafür sinkt das Risiko und es entstehen weniger Gefährdungen.

Fußgängerinnen und Fußgänger haben Vorrang

Ja: In Polen konntest Du es früher oft sehen, dass Menschen vorsichtig am Zebrastreifen warten. Auch, wenn man als Fußgänger*in den Zebrastreifen eigentlich sofort betreten darf und nicht erst Autos durchlassen muss. Das ist schon länger, seit knapp einem Jahr, so. Allerdings gibt es in Polen immer noch viele Autofahrer*innen, die sich das Recht des Stärkeren nehmen und trotzdem weiterfahren. Anachronistisch und rücksichtslos, und nun auch stärker geahndet.

Das bedeutet: Als Fußgänger*in kannst Du am Zebrastreifen losgehen. Auch, wenn Autos anfahren.

Als Autofahrer*in musst Du anhalten, wenn eine Person auf dem Zebrastreifen ist oder diesen betreten möchte.

Beides ist schon seit März 2021 so. Die Einhaltung dieser Regel war, sagen wir so, unterschiedlich. Daher wird das nun sehr teuer, wenn Autofahrer*innen dagegen verstoßen: Über 300 Euro umgerechnet werden fällig, wenn dieser Fußgänger*innen-Vorrang nicht gewähren.

Geschwindigkeit einhalten

Teurer werden auch Geschwindigkeitsüberschreitungen von Autofahrer*innen. Und das ist auch gut so, wenn wir manchen rücksichtlosen Raser*in sehen. Mehr als 30 Stundenkilometer zu schnell ergeben rund 200 Euro, bei mehr als 50 Stundenkilometern über der Geschwindigkeitsbegrenzung 500 Euro. Plus Risiko einer teuren Gerichtsverhandlung und Führerscheinentzugs. Das ist mehr als doppelt so viel wie früher.

Wichtig: Auch Autofahrer*innen aus Deutschland sind natürlich davon betroffen. Zwar kannst Du unter Umständen noch heimfahren, aber selbst das kann beim Führerscheinentzug schwer werden.

Vernünftig verhalten, egal mit welchem Verkehrsmittel

Daneben wird noch teurer: Wenn Du mit dem Smartphone telefonierst oder daddelst, während Du fährst (120 Euro). Erwischt man Dich mit Drogen am Steuer (auch Alkohol, klar), dann kann der Führerschein auch direkt weg sein. Ebenso wie über 500 Euro.

Obacht, Smartphone!

Der Vorwurf der Schikane der Autofahrer ist definitiv unberechtigt: Die Neuregelungen treffen alle Verkehrsteilnehmer*innen. Wenn Du beim Queren der Straße aufs Handy guckst (anstatt auf die Straße), kostet das auch Geld. Und zwar rund 70 Euro.

 

Die Lösung ist ganz einfach: Achte auf die Regeln und halte Dich daran. Lass Dich nicht von anderen rücksichtslosen Verkehrsteilnehmer*innen - die gibt es - anstacheln, für ein paar Minuten Zeitgewinn so viel zu riskieren. Du gefährdest sonst Dich und andere. Danke!

Unseren Text rund um das Autofahren in Kolberg und die Anfahrt nach Kolberg haben wir erneuert. Schau mal rein: Mit dem Auto nach Kolberg. Und auch um den Text zum Nahverkehr und Fahrrad- sowie (E-)Roller-Sharing haben wir uns gekümmert.

 

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