Kurz & knapp zur Salzinsel

  • Es handelt sich nicht um eine richtige Insel
  • Das Gebiet wird so genannt, weil es vom Fluß, Meer und dem Kanal abgegrenzt wird
  • Früher wurde hier Salz gewonnen
  • Heute gibt es eine öffentliche Salzwasserquelle
  • Eine Legende hat die Salzinsel natürlich auch...

Immer wieder liest man von der Salzinsel (Polnisch: Wyspa Solna), wenn man sich mit Kołobrzeg (Kolberg) beschäftigt. Zu sehen ist diese 'Insel' aber auf den ersten Blick nicht, da sie keine Insel im Meer ist: Es handelt sich um ein recht großes Stück Land im Westen von Kołobrzeg, das von zwei Gewässern eingeschlossen wird, die fast in der Ostsee enden. Genau genommen enden die Gewässer im Kołobrzeger Hafen. Auf der Karte haben wir die Salzinsel markiert.

Schwan nahe dem Holzkanal in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Ein Schwan nahe dem Holzkanal

Zur östlichen Seite begrenzt der Fluss Parsęta (Persante) die etwa eineinhalb Kilometer lange und 100 bis 250 Meter breite Salzinsel, zur westlichen Seite der Holzkanal. Die Parsęta ist nicht schwer zu übersehen, der Holzkanal eigentlich auch nicht: Dieser ist zwar etwas kleiner und schmaler, aber nicht weit im Westen von der Parsęta entfernt. Beide Gewässer fließen im Hafen wieder zusammen – auf der nördlichen Seite – und sind auf der südlichen Seite einmal etwa auf Höhe der ul.Mlynska (Mlynska-Straße) und noch einmal sehr viel weiter südlich miteinander verbunden. Die Parsęta ist übrigens auch bei Paddlern beliebt.

Die Salzinsel spielte für Kolberg in der Geschichte eine wichtige Rolle. Hier konnte man Salz gewinnen, hier befanden sich auf die Salinen und Gradierwerke. Der frühere Sumpf an dieser Stelle wurde daher bebaubar gemacht.

Salzquelle in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Öffentliche Salzquelle

Heute findet man hier eine Solequelle. Diese liegt auf Höhe der ersten Parsęta-Brücke nach dem Hafen, läuft man die Parsęta flussaufwärts. Wer zu viel Süßes gegessen hat, könnte sich hier zu einem ganz kleinen Schluck des Salzwasser durchringen: Das Wasser ist sehr salzig, zum Trinken nicht geeignet. Etwa bei 0,5 Prozent liegt der Salzgehalt, so viel, dass die Kołobrzeger gern dieses Wasser zum Einlegen der hervorragenden Salzgurken nutzen. Wenn Sie die Gelegenheit haben, solche zu probieren, sagen Sie nicht nein. Übrigens: Meerwasser hat zwar noch zwei zusätzliche Promille an Salz, ist aber weniger sauber als das Wasser aus der Quelle.

Eine weitere Redoute: Die Salinenschanze

Salinen-Redoute in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Salinen-Redoute am Hafen

Ebenfalls auf der Salzinsel können Sie in Richtung Hafen die Salinenschanze (auch Salinen-Redoute) finden. Die Schanze liegt ein wenig versteckt und ist nur über den Hafenzugang erreichbar. Dieses Gebäude wurde als Wasserfestung im 19. Jahrhundert (1832-1836) errichtet und war Bestandteil der 'Festung' in Kolberg. Sie wurde kreisrund angelegt, um sie gut verteidigen zu können. Die beiden Gebäudeteile werden durch einen Wassergraben umgrenzt. Genutzt wird das Gebäude heute für Kinder- und Jugendarbeit, am besten erreichen lässt sich das Bauwerk über den Yachthafen. Direkt nebenan befindet sich auch das Schiffsmuseum der Stadt (Bestandteil des Waffenmuseums).

Holzkanal in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Der Holzkanal

So soll das Salz entdeckt worden sein - die Legende

Die Salzinsel hat auch ihre eigene Legende: Diese begab sich zu einer Zeit, als Pommern fast nur aus Wald bestand. Ein Herzog ging zur Ochsenjagd. Ein Auerochse geriet in das Blickfeld der Jäger des Herzogs, und seine Jagdhunde hetzten das Tier bis in den Sumpf an der Mündung der Persante, die heutige Salzinsel. Weil der Ochse jedoch sehr stark und groß war, war er keine leichte Beute. Trotz starker Gegenwehr erlegten der Herzog und seine Jäger das beeindruckende Tier, das aber zuvor noch einige Hunde so verletzt hatte, dass diese bluteten. Die Jäger stellten fest, dass die Hunde sich an einer Quelle im Sumpf wuschen, um ihre Wunden zu heilen. Es handelte sich um eine Salzquelle mit heilender Wirkung, weshalb die Jäger hier auf der Salzinsel eine Siedlung gründeten. Ob man das glaubt oder nicht: Das Salz von der Salzinsel wurde ein wichtiger Grundpfeiler für den Wohlstand der Stadt Kolberg.

Stadtteil Salzinsel

Plattenbauten auf der Salzinsel in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Von Plattenbauten nicht verschont: Die Salzinsel

Geht man vom Hafen aus in Richtung Binnenland auf der Salzinsel, beispielsweise entlang der Parsęta (Boulevard an der Persante, Bulwar nad Parsęta) oder des Holzkanals, so findet man das direkt an die Salzinsel angrenzend das Stadion, das Freizeitzentrum mit Schwimmbad 'Millenium' und das Krankenhaus in Kołobrzeg. Auf der Salzinsel gibt es zahlreiche Plattenbauten und auch alte Bebauung, die häufig noch unsaniert ist. Weiter südlich folgen dann einige – auch historische – Gewerbegebäude, eine Kirche und ein weithin zu erkennendes Appartmenthochhaus mit dem Namen 'nad Parsęta', also 'an der Persante'.

Gehört einfach dazu - die Seebrücke in Kolobrzeg (Kolberg)