Zur Frage der Familienkompatibilität

von Jens Hansel (Kommentare: 2)

Familienurlaub in Kolobrzeg (Kolberg): Dafür gibt es einige Gründe

Klettergarten in Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Klettergarten in Kolberg

Warum sich der Urlaub mit der Familie in Kolobrzeg (Kolberg) durchaus lohnt, beschrieben wir schon des öfteren. Neben Dingen wie Freizeitangeboten und Familienzimmern in Hotels finden wir, ist es nun an der Zeit, einmal die 'kleinen Dinge' zu beleuchten, die den Urlaub mit der Familie so entspannt machen. 

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es meistens die alltäglichen Widrigkeiten sind, die einen Urlaub mit Kind unentspannt machen. Wenn man beim Abendessen permanent das Kind im Schach halten muss, damit keine Nudel auf den Boden fällt, ist das anstrengend. Wenn man für immer wiederkehrende Kleinigkeiten viel Geld hinlegen muss, bekommt man das Gefühl, das Geld sinnlos auszugeben. Und auch, wenn selbst am Strand oder im Hotelpool Ruhe wichtiger sind als Spielspaß, ist das für Eltern nicht besonders entspannend. Klar ist auch, dass es immer kompliziert wird, wenn im Restaurant nicht die richtigen Gerichte oder Portionsgrößen für Kinder angeboten werden oder wenn am Imbiss die für Kinder leckeren Dinge nicht oder nur teuer zu bekommen sind.

Antoine de Saint-Exupéry wird die Aussage zugeschrieben, dass Kinder mit Erwachsenen sehr viel Nachsicht haben müssen. Wir haben an vielen Urlaubsorten bemerkt, dass das besonders im Urlaub zutrifft. Aber: Nicht so in Kolobrzeg.

Die 'kleinen Dinge' beim Urlaub mit Kindern

Wie gesagt: Dass das Tourismusamt, die Freizeitanlagenanbieter und die Hotels in Kolobrzeg schon lange Familien als Zielgruppen ausgemacht haben und eine Reihe von Angeboten auf die Beine gestellt haben, haben wir schon des öfteren beispielhaft vorgestellt. Zum Beispiel bei den Freizeitangeboten für Familien in Kolobrzeg (Kolberg). Das ist wichtig, das ist auch gut. Nicht immer ist es aber für jede Familie bezahlbar, zum Beispiel ein Familienpaket in einem teuren Hotel zu buchen oder täglich mit dem Piratenschiff zu fahren. Aber es gibt jede Menge preiswerter Hotels und Ferienwohnungen, die in Kombination mit anderen Angeboten auch einen günstigen Familienurlaub ermöglichen.

Es fängt beim Bäcker an: Für unter 2-3 Euro bekommt man eine komplette Familie mit Brötchen versorgt, auch mit Körnerbrötchen. Man muss nur zum richtigen Bäcker gehen. Selten kostet selbst ein ordentliches Brötchen mehr als umgerechnet 20 Cent.

Weiter geht es am Imbiss an der Strandpromenade: Für kleines Geld gibt es hier die für Kinder so leckeren Eissorten, Fritten oder Pizzastücke. Und abends im Restaurant oder Bistro werden ohne langes Aufheben auch kleine Kindergerichte selbst mit Sonderwünschen zubereitet, so jedenfalls unsere Erfahrung.

Auch in besseren Restaurants oder Hotels wird kein Kind schief angeguckt, wenn einmal ein Lebensmittel auf die Erde fällt oder es kurzzeitig lauter wird. Insgesamt erlebten wir immer einen entspannten Umgang mit solchen - für Eltern sonst gelegentlich peinlichen - Situationen.

Am Strand Kolobrzegs sind Kinder sowieso die Könige; wenn ein Kind dort nicht laut ist, wird man komisch angeschaut. In Hotelpools kommt es ein wenig aufs Hotel und die Uhrzeit an, jedoch sind wir eigentlich immer auf Verständnis gestoßen. Und das Millenium-Schwimmbad ist sowieso gut auf Besuch der kleinen Personen eingestellt.

Nur einige Beispiele, die uns den Urlaub mit Kind in Kolobrzeg (Kolberg) immer entspannt erleben lassen. Vielleicht liegt es daran, dass die Zahl der Singles in dem Ort vergleichsweise niedrig ist und Kinder immer 'das Größte' sind? Vielleicht liegt es aber auch einfach an Gastfreundschaft oder Empathie? Wir kennen den Grund nicht, sind aber gespannt auf Ihre Erfahrungen.

 

 

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Kommentare

Kommentar von Carsten |

Ich teile viele von Euren Einschätzungen. Bis vor kurzem hätte ich gesagt, dass Polen wesentlich kinderfreundlicher ist als Deutschland.
Seit einiger Zeit entstehen aber auch in Kolberg erste Adults only-Hotels, also Hotels, in die Menschen erst ab einem Alter von 16 Jahren reisen können. In Deutschland und Großbritannien ist so etwas ja schon normal.
Für mich war es ein zeichen, dass auch Polen auf dem Weg der Angleichung im Punkt der Kinderfeindlichkeit ist. Was denkt Ihr darüber ?

Kommentar von Jens |

Hallo Carsten,

vielen Dank für Deinen Kommentar. Du hast eindeutig Recht: Die zunehmende Familienorientierung mancher Anbieter (z.B. Hotels) in Polen sorgt für ein weniger zurückhaltendes Verhalten der Familien. Gleichzeitig sind Menschen, die Ruhe suchen, damit gar nicht so glücklich. Der Druck zur gegenseitigen Toleranz ist mit steigendem Budget für die Anbieterwahl gesunken, weshalb zwangsweise auch ein Markt für Singles und Pärchen entsteht. Allerdings sehe ich das weniger als Kinderfeindlichkeit, sondern als legitime Ausweichoption für alle, die es sich leisten wollen (und können). Gesellschaftlich ist natürlich fraglich, ob solch eine Segmentierung wünschenswert ist, weil darunter ja der Austausch leidet; da ich jedoch beide Perspektiven zu kennen glaube, denke ich, dass es unkritisch ist. Einziger dringender Lerneffekt für Urlaubsbucher: Vorher genau über die Hotelzielgruppe informieren.

Viele Grüße
Jens

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