Gut gefahren: Selbsttest auf dem Rad

von Jens Hansel (Kommentare: 0)

Ein Selbsttest mit Nextbike in Kolobrzeg (Kolberg)

Nextbike Kolobrzeskirower in Kolberg. Foto: https://kolobrzeskirower.pl/
Nextbike Kolobrzeskirower in Kolberg. Foto: https://kolobrzeskirower.pl/

Schnell ein kurzer Sprint: Da steht noch eines, schnell einchecken, aufsteigen und losradeln. Manchmal wird man vom Fahrradverleihsystem in Kolobrzeg (Kolberg) zu sportlichen Zusatzdisziplinen motiviert, aber dazu gleich mehr im Erfahrungsbericht aus einem Selbsttest.

Kolobrzeskirower, Kolberger Fahrräder, heißt das Nextbike-Fahrradverleihsystem in Kolberg. Das gibt es schon eine Weile, aber nun habe ich mich endlich auch einmal herangetraut - und bin begeistert. Es funktioniert ganz einfach: Einige Stationen sind in der Stadt, am Stadtrand und am Promenadenbereich am Strand verteilt. Dort stehen Fahrräder zum Ausleihen, dort muss man sie auch wieder abgeben.

Anmeldung elektronisch, alles elektronisch

Vorher muss man sich einmal anmelden, am einfachsten per Smartphone und der entsprechenden App. Wer schon die Nextbike-App nutzt, kann sich das sparen. Unter dem Link https://kolobrzeskirower.pl finden sich alle weiteren Infos auch auf Deutsch. Und das ist gut, so kommt man komfortabel auch bei ungewöhnlichen Nachfragen weiter. Zwar sitzt der Support für das System in Wroclaw (Breslau), im Notfall hilft aber auch der deutschsprachige Nextbike-Support in Deutschland. Hat man die App einmal auf dem Handy, sieht man jederzeit, wieviele Räder an welchen Stationen stehen.

Stationen gut verteilt

Am Rathaus, am Hafen, am Stadion, am Ostende der Promenade, am großen Supermarkt an der Aufallstraße - an vielen sinnvollen Stellen stehen die Fahrradstationen. Sicher, ein paar Meter muss man dorthin gehen, aber das lohnt sich. Hat man einmal 10 Zloty (etwa 2,50 Euro) Mindestaufladung auf dem Konto, fährt man die ersten 20 Minuten (mit Einwohnerausweis von Kolberg 40 Minuten) kostenlos, danach sind die Preise aber mit 2 Zloty (50 Cent) für bis zu einer Stunde sehr akzeptabel. Und die meisten Fahrten ohne Zwischenstopp schafft man locker in 20 Minuten. So kommt man also prima zum Sightseeing vom Kurviertel in die Stadt, zum Schiffsmuseum außerhalb oder zum Supermarkt. Top!

Akzeptabler Zustand und viel Bewegung

Wer das System nutzt, stellt schnell fest: Das System ist stark in Bewegung. Räder sind eben noch da und in der nächsten Minute alle weg. Kurz danach kommen schon wieder welche an die Station. Viele Einwohner und Urlaubsgäste nutzen das System, so dass es sein kann, dass an der nächstgelegenen Station auch mal keine Räder und damit Wartezeit einzuplanen sind. Mir ist das selten passiert. EIn Nachteil im Vergleich zum Carsharing: Reservieren von Rädern ist vorher nicht möglich. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Weil die Räder viel unterwegs sind, ist der Zustand auch nicht immer brandneu. Aber alle von mir genutzten Räder waren fahrbereit, gut in Schuss und mit Licht ausgestattet; manche sogar (in der App gekennzeichnet) mit Kindersitz.

Perfekte Urlaubsabwechslung

Wer nichts gegen Radfahren hat und auch mal ein wenig die Stadt erkunden möchte, ohne viel zu laufen, für den sind die Räder klasse. Kein Wunder, dass das System, das nur im Sommer zur Verfügung steht, so gut ankommt.

 

 

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