Bahn fährt anders: Verbindung Berlin-Szczecin (Stettin) im Umbau

von Jens Hansel (Kommentare: 0)

Kurzfristige und langfristige Umbauten an der Bahnstrecke

Sonderzug aus Berlin in Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Sonderzug aus Berlin in Kolberg

Immer wieder ist es Thema bei uns: Die Bahnverbindung nach Kolobrzeg (Kolberg). Zentral dabei ist die Verbindung zwischen Berlin und Szczecin (Stettin). Und in der Sache tut sich was: Erst einmal gibt es von Februar bis April 2017 wegen Bauarbeiten eine andere Verbindung, zum anderen gibt es nun - vielleicht - endlich einen festen Zeitplan und eine feste Definition zur Verbesserung der Gleise auf dieser Verbindung.

Wichtige Information für Bahnreisende für 2017

Eine ganz wichtige Änderung für Bahnreisende zwischen Berlin und Szczecin (Stettin) ist, dass der durchgehende Morgen-Zug (Abfahrt etwa um 8 Uhr in Berlin) von 9. Februar bis 1. April 2017 nicht mehr ab Berlin-Gesundbrunnen, sondern ab Berlin-Lichtenberg (etwa 5 Minuten früher geht es dann dort los) startet. Der Grund dafür ist eine Streckensperrung: Vor Berlin gibt es ein Eisenbahnkreuz bei Karow, das ausgebaut wird; außerdem wird die Strecke zwischen Berlin-Blankenburg und Karow ausgebaut. Der bei der Bahn als RB66 bezeichnete Zug nach Szczecin, der besonders bei Urlaubern und Pendlern beliebt ist, weil er ohne Umstieg in Angermünde nach Szczecin fährt und zu akzeptabler Zeit am Morgen startet, fährt dann ab Berlin-Lichtenberg. Bitte also nicht wundern, wenn bei der Fahrplanauskunft der Bahn plötzlich der gewohnte Zug ab Berlin-Gesundbrunnen nicht mehr zu finden ist. Man kann zwar noch ab Gesundbrunnen starten, das dauert dann aber mindestens 20 Minuten länger. Wer im Norden von Berlin losfahren möchte, kann auch in Bernau zusteigen.

Ausbauplan steht

Wir sind ja mittlerweile etwas vorsichtig geworden, wenn es um Zeitplan- und Maßnahmeankündigungen zu dieser Strecke geht: Immer wieder stockt etwas, passiert nichts mehr oder es werden überraschende Änderungen bekannt. So haben wir auch erst ein wenig abgewartet, als wieder euphorische Meldungen durch die Presse gingen, wie es denn nun weiter geht. So berichtet der gewöhnlich gut unterrichtete RBB (Quelle: RBB) wie auch andere Medien, dass nun bis 2024 endlich der Ausbau gestemmt werden soll.

2024 statt 2020 - vier Jahre Verzögerung...

Wir erinnern uns an viele Artikel bei uns (z.B. im Jahr 2012), in denen der gleiche Sachverhalt eigentlich schon behandelt wurde. Damals aber hieß es von offiziellen Stellen, man wolle bis 2020 fertig sein. Nun dauert es also noch mal vier Jahre länger, aber immerhin. Bis 2020 sollen lediglich die Genehmigungen vollständig vorliegen. Auch inhaltlich wurde weiter eingeschränkt: Zwar soll die Strecke (ein maroder Bahndamm ist z.B. ein großes Problem) saniert werden, und auch elektrifiziert werden. Das hat den Vorteil, dass künftig Elektrolokomotiven eingesetzt werden können, die auch zum Berliner Hauptbahnhof fahren dürften. Aber: Der ursprünglich geplante Ausbau auf zwei Gleise wird wohl nicht kommen, lediglich zweigleisige Ausweichstellen (z.B. in Casekow und Kolbaskowo) sind vorgesehen.

Wenn die Maßnahmen so kommen, wie nun angekündigt, könnten die Züge häufiger ohne Umstieg durchfahren und vor allem schneller fahren: Durch bis zu 160 Stundenkilometer Tempo auf der erneuerten Strecke wird sich die Fahrtzeit von 2 Stunden auf weniger als 1,5 Stunden verringern. Wenn das noch mit einer besseren Taktung der Anschlusszüge nach Kolobrzeg (Kolberg) zusammen umgesetzt wird, wäre es ein riesiger Fortschritt - wenn auch erst in 8 Jahren. Käme noch ein Direktzug von Berlin nach Kolobrzeg hinzu, wäre das ein wirklicher Gewinn. Wir freuen uns darauf!

> Mehr Informationen zur Anreise mit der Bahn nach Kolobrzeg (Kolberg)...

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 2 plus 2.