Zum Patrizierhaus - in Kürze

  • Ein Beispiel dafür, wie Kolobrzeg (Kolberg) früher aussah
  • Das frühere Nettelbeck-Museum
  • Heute wird es vom Militärmuseum mit genutzt

In der ul. Gierczak, unmittelbar neben der gut sichtbaren Außen-Ausstellungsfläche des Museums der polnischen Waffen, befindet sich eines der wenigen erhaltenen und historisch wieder aufgebauten mittelalterlichen Häuser. Errichtet wurde dieses Haus, das ein Stückweit repräsentativ für das frühere Stadtbild Kołobrzegs (Kolbergs) ist, im 15. Jahrhundert.

Historisches Patrizierhaus in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
So ungefähr sahen früher viele Häuser der Stadt aus

Auch dieses Haus wurde im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört, jedoch anschließend im Gegensatz zu den angrenzenden Häusern originalgetreu wieder repariert. Bei den anderen Gebäuden wurden nur die Keller erhalten. In diesen Kellern vieler Gebäude finden sich heute oft sehr gemütliche Restaurantsund Cafés.

Kolberg verfügte recht früh über eine Innenstadt aus gemauerten Häusern, im Gegensatz zu früheren weniger stabilen Wohnstätten aus Holz und im Fachwerkstil. Dies war möglich, weil Kolberg als Mitglied der Hanse erheblichen Reichtum angesammelt hatte und somit früh in Häuser aus Backstein investieren konnte. Das Patrizierhaus im spätgotischen Stil beherbergte früher Bürger aus der Kolberger Oberschicht. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde es kaum umgebaut und war typisch für die Lebensform und Wohngestaltung Kolberger Kaufleute: Im Erdgeschoss gab es viel Platz, dort konnte gelagert und verkauft werden, was die Hanse so handelte. Dank großer Fenster und viel Licht im Innern konnte lange gearbeitet und gehandelt werden. Im ersten Stock lebten die Bewohner, hatten dort Ihre Stube, Küche und Schlafräume. Im Keller und im Dachgeschoss wurden Lebensmittel gelagert. Um diese nach oben zu transportieren, gab es an der Vorderseite des Gebäudes knapp unter dem Dach einen Flaschenzug-Hebemechanismus.

Die Reparatur nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte einige Jahre nach Kriegsende, zwischen 1957 und 1963 im Zusammenhang mit der dortigen Einrichtung des Museums der polnischen Waffen. Als Museumsgebäude wurde dieses Haus auch vor dem Zweiten Weltkrieg bereits genutzt, und zwar für das Nettelbeckmuseum.

Der Namensgeber des früheren Museums, Nettelbeck, war einer der Verteidiger Kolbergs bei der Belagerung durch die napoleonischen Truppen. Umstritten ist, was tatsächlich seine Verdienste waren. Es gibt Hinweise darauf, dass er in seiner Darstellung bewusst andere Verteidiger der Stadt, unter anderem von Lucadou, diskreditierte.

Erholsam und geschichtsträchtig ist der Platz des 18. März in Kołobrzeg (Kolberg)