Fakten zur Morast-Redoute

  • 1770-1774 erbaut
  • Teil des Verteidigungssystems des Hafens
  • heute Yachthafen-Biergarten

Kolberg war lange Zeit eine militärisch gesicherte Festungsstadt, wenn auch die Wahrnehmung der Wehrhaftigkeit häufig stärker als die tatsächliche Wehrhaftigkeit gewesen sein dürfte. Die Befestigungsanlagen befanden sich damals rund um die Stadt gruppiert. Die hier vorgestellte Morast-Redoute war ein Teil des früheren Verteidigungs-Systems Kolbergs. Es handelt sich um eine Verteidigungsstellung nahe der der Salzinsel, die dem Schutz des Hafens diente: Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Festungsbestandteilen blieb diese erhalten. Die Redoute ist heute zu besichtigen, man kann aber auch einfach den darin eingerichteten Biergarten besuchen.

Morast-Redoute in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Heute ein gemütlicher Biergarten am Wasser: Die Morast-Redoute

Gebaut wurden die meisten Festungsbauten zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert, so auch diese: Die Morast-Redoute war eine der ersten Redouten, sie wurde ab 1770 gebaut und 1774 fertiggestellt. Nach dem siebenjährigen Krieg, Kolberg wurde während dieses Krieges durch russische Truppen belagert, entstand am heutigen Yachthafen die Morast-Redoute. Standort war eine kleine Halbinsel innerhalb des Hafens, dort, wo Persante und Holzkanal zusammenfließen. Dies ist im Norden der Salzinsel. Man schloss mit dieser Redoute eine im Krieg erkannte Lücke in der Sicherung der Stadt. Insbesondere der Hafen sollte von hier aus gegen Angreifer aus dem Westen geschützt werden. Zeitgleich sicherte man den Hafen auch mit dem Fort Münde; auf dessen Mauern wurde der heutige Leuchtturm errichtet.

Die Morast-Redoute hat eine fünfeckige Grundform und ist aus Backsteinen gemauert sowie mit einem Graben geschützt. Dieser konnte über eine Zugbrücke von dem umgebenden Damm aus überquert werden. Wer die Zugbrücke überquerte, stand vor einem schweren Holztor, das mit Eisenstreben verstärkt war. Außerdem umgab ein Erdwall das Gebäude, und dieses war mit einer Ziegelmauer zur Landseite geschützt. Insgesamt bestand die Redoute aus einem großen und drei kleinen Gebäuden, die alle mit Erde bedeckt waren. Es gab nur kleine Schießscharten für Pistolen und Gewehre sowie zwei größere Schießscharten für Kanonen. Früher wurde die Redoute nach Ferdinand Schill (1776-1809), einem Kommandeur des Freikorps, benannt. Seite 1945 spricht man nur noch von der Morast-Redoute.

Heute ergänzt die Redoute als Restauration mit Biergarten die Infrastruktur des Yachthafens, die Zugbrücke gibt es aber nicht mehr. Den Graben und die Erdbedeckung kann man noch erkennen.

Salzquelle früher und heute: Salzinsel in Kołobrzeg (Kolberg)