Fakten zum Luntenturm:

  • Teil der mittelalterlichen Stadtmauer zur Lagerung von Schießpulver
  • Eerbaut im 15. Jahrhundert im Stil der Backsteingotik
  • Gemalt von Lyonel Feininger

Ein wichtiger Teil der Befestigungsanlagen der heutigen Stadt Kołobrzeg (Kolberg) war die Stadtmauer. Der Luntenturm, der auch Pulverturm genannt wird, befand sich darin integriert. Er diente der Aufbewahrung von Schießpulver, wurde aber umgangssprachlich als Luntenturm bezeichnet. Als Kolberg noch als eine Festung bezeichnet wurde, war die Stadt recht ordentlich abgesichert und musste natürlich auch mit Waffen wehrhaft gemacht werden. Diese Sicherheitsvorkehrungen haben Kolberg oft gut geschützt, wenn auch keineswegs völlig uneinnehmbar gemacht.

Luntenturm in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Mittelalterlich: Der Pulverturm (Luntenturm)

Das einzige Objekt des mittelalterlichen Verteidungssystems, das heute noch vollständig erhalten ist, ist der Luntenturm an der ul. Dubois, der Dubois-Straße. Der Turm befindet sich vom Marktplatz aus gesehen in Richtung Strand. Um ihn zu finden, muss man sich am alten Rathaus einfach in Richtung Einkaufszentrum Hosso orientieren. An diesem geht es dann vorbei bis zur nächsten Straßenecke. Dort geht man links und findet den Turm auf der rechten Seite. Man kann auch der ul. Dubois vom Beginn an der Armii Krajowej folgen, wo sich eine Einkaufsstraße befindet, und passiert dabei den Przybylskiego-Platz (Preußenplatz), eine parkartige Anlage. Diese Variante hat den Charme, dass man so dem Lauf früheren Stadtmauer folgt. Weit ist es auf beiden Wegen nicht: Vom Marktplatz aus sind es gerade einmal drei Minuten, von der Armii Krajowej, Ecke ul. Dubois, etwa fünf Minuten zu Fuß.

Der Luntenturm in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Der Turm lohnt einen Abstecher

Das viergeschossige Gebäude zeigt sich in ziegelrot mit zahlreichen Fensternischen und Mauerblenden (Lisenen) an den Wänden sowie einer Informationstafel an der Vorderseite. Schießscharten sind in den Mauern auf der Rückseite - zur Außenseite der früheren Stadtmauer - zu erkennen. Erbaut wurde der Turm im fünfzehnten Jahrhundert im Stil der Backsteingotik. Die Stadtmauer, die direkt am Turm entlang verlief, wurde im 19. Jahrhundert demontiert.

Im Turm residiert heute ein Tourismusbüro eines Fremdenverkehrsvereins. Besichtigen kann man im Turm allerdings nichts.

Übrigens zeichnete Lyonel Feininger auf einigen seiner Touren durch Kolberg unter anderem den Luntenturm. Feininger, berühmter deutsch-amerikanischer Maler, hielt sich gern in der Gegend zwischen Rügen und Kolberg auf. Zahlreiche seiner Zeichnungen gehen auf Motive dieser Gegend zurück. Auch ein Radweg auf Usedom ist nach ihm benannt. Eines seiner Werke zeigt nicht nur den Luntenturm, sondern ist auch genau so betitelt: Der Luntenturm Kolberg.

Nicht nur bei schlechtem Wetter lohnt ein Besuch im Militärmuseum Kolobrzeg (Kolberg)