Wandern & Spazieren kompakt

  • Eine Wanderung auf den Spuren der Festung stellen wir hier vor
  • Streckenlänge: Rund 15 Kilometer, Wegezeit ca. 3 Stunden, Besichtigungsobjekte: 9
  • Weitere Wanderrouten sind möglich und vor Ort beschildert (Touristen-Info)
  • Bsp: Parseta-Wanderweg, Salz-Wanderweg, Jan-Frankowski-Wanderweg...
  • Spazierengehen ist ohnehin ein Genuss in der herrlichen Landschaft

Ein Tipp: Unser Spaziergangs-Vorschlag 'Auf den Spuren der Festung Kolberg'. An vielen Stellen der Stadt findet man noch Überreste des früher als Festung gesicherten Kolberg. Oftmals nur kleine, manchmal größere.

Nach der hier beschriebenen kleinen städtischen Wanderung– einem längeren Spaziergang – können Sie sich gut vorstellen, wie gut Kolberg geschützt war. Übrigens war dieser außergewöhnliche militärische Schutz der Stadt auch eine der Quellen der Legende von der 'uneinnehmbaren Stadt Kolberg'. Machen Sie sich selbst ein Bild von den Festungsanlagen.

Auf den Spuren der Festung Kolberg

Luntenturm in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Kolobrzeger Luntenturm bei Nacht

Insgesamt erwarten Sie rund 15 Kilometer Fußweg. Diese Wanderung beginnt dort, wo sich der ursprüngliche Kern der Stadt befand: Die Stadtmauer zog sich entlang der heute noch existierenden Straßenführung um den relativ kleinen Stadtkern. Am Luntenturm (Pulverturm) ist noch ein Überrest der Stadtbefestigung zu erkennen. Die ul. Dubois folgt dem früheren Verlauf der Stadtmauer, deswegen folgen wir ihr bis zum Ende.

Am Ende der ul. Dubois biegen wir kurz rechts in die Armii Krajowej ab, um dann links in die ul. Lopuskiego zu gehen. Hier befand sich früher ein Stadttor. Die Stadtmauer war damals mit mehreren Stadttoren ausgestattet und hatte angrenzende Pulvertürme zur Lagerung der Munition. Man ergänzte Anfang des 17. Jahrhunderts unter schwedischer Herrschaft noch Befestigungsgräben und Verteidigungsbauten außerhalb der Stadtmauer. Besonders gesichert wurde die Hafeneinfahrt. Hier wurden mehrere Bastionen aufgebaut, aber auch im Osten der Stadt entstanden solche.

Broschüre zur Festungsroute
Gut ausgeschildert

Schön: Wir hatten uns die Festungsroute überlegt, nun gibt es sie tatsächlich ausgeschildert und in einer Broschüre der Stadt beschrieben. Achten Sie auf das Festungssymbol. Die Broschüre gibt es an der Touristeninformation.

Etappe 1: Von der Stadt zum Hafen

Morast-Redoute in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Morast-Redoute

Die hier zu findende Brücke über die Parsęta (Persante), die Bestandteil der ul. Lopuskiego ist, war früher ebenfalls gesichert; als Vorposten vor dem Stadttor. Ein Blick von der Brücke nach links, in Richtung Süden, richtet sich auf die nächste Parsęta-Brücke über die ul. Mlynska. Diese Brücke war früher unter dem Namen Batardeau ein aufwändiger Bau mit Verteidigungscharakter. Heute finden sich nur noch Reste davon an der Brücke.

An der Brücke auf der ul. Lopuskiego, auf der man steht, biegt der Wanderweg nach dem Fluss rechts ab und führt am Uferweg bis zur nächsten Brücke. Dort befindet sich eine Salzquelle, an der die Straßenseite der ul. Solna gewechselt werden muss.

Hinter den Bahnschienen findet sich die Salinenschanze (auch Salinen-Redoute), ein Befestigungsbau auf der Salzinsel. Dieser wird heute für Jugendarbeit genutzt. Wenn Sie dort sind, können Sie auch einen Blick auf das Museumsschiff des Militärmuseums werfen: Dieses liegt hier vor Anker.

Eine weitere Redoute, die Morast-Redoute, ist nicht weit entfernt. Einige Meter zurück, über die ul. Solna in Richtung Bahnhof, führt der Weg in die ul. Portowa. Links abgebogen, auf eine Straße namens Warzelnicza, findet sich am Yachthafen die Morast-Redoute. Nach einer kurzen Besichtigung gehen Sie die Warzelnicza wieder zurück.

Von hier aus geht es wieder auf die Hafenstraße, die ul. Portowa, in Richtung Hafen. Leider ist die Passage über den Uferweg, den Bulwar Zacisze nicht möglich, ohne durch die Grünanlagen zu trampeln. Daher führt der Weg über die etwas stärker befahrene Hafenstraße, die ul. Portowa. Wir haben den Weg in der Landkarte so geplant, dass Sie einen kleinen Abstecher über die Spazierstraße, die ul. Spacerowa, machen. Am Ende dieser Straße steht der Leuchtturm auf den Grundmauern eines früheren Forts, das den Hafen sicherte: Das Fort Münde. Allein drei Festungsbauten, die Salz- und die Morast-Redoute sowie das Fort Münde, finden sich damit im Hafenbereich.

Etappe 2: Norden und Osten der Stadt

Am Amphitheater in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Weg von der Waldenfelsschanze zum Amphitheater

Die Seeseite der Stadt wurde durch eine weiter östlich gelegene Verteidigungsstellung abgesichert. Dies ist die Waldenfelsschanze, die man erreicht, indem man entweder auf der Strandpromenade oder am Strand etwa 1,5 Kilometer in Richtung Osten geht. Die Schanze ist vom Strand aus an den hohen, direkt an den Strand angrenzenden Mauern zu erkennen. Das Innere beherbergt heute ein Restaurant und Café, in dem oft Tanzveranstaltungen angeboten werden. Bis dahin durchquert man, wenn man nicht am Strand entlang geht, den Strandpark, der nach Stefan Seromski benannt ist.

Die nächste Schanze, die Wolfsbergschanze, liegt ein wenig landeinwärts. Nach etwa 500 Metern findet sich das heutige Amphitheater, das auf dem Gelände und auf den Grundmauern der Schanze am Wolfsberg errichtet wurde. Der heute darum herum liegende Park Aleksander Fredro wurde nach der Schanze früher auch Wolfsbergpark genannt. Die Wolfsbergsschanze spielte besonders bei der Verteidigung Kolbergs gegen die Truppen Napoleons eine zentrale Rolle. Sowohl die Waldenfels- als auch die Wolfsbergschanze sind etwas jünger als die Redouten im Westen Kolbergs. Sie entstanden erst im 19. Jahrhundert.

Gönnen Sie sich den kleinen Schlenker durch den Park rund um das Amphitheater; so sehen sie die Anlage auch von hinten und können zugleich den Park erwandern.

Etappe 3: Zurück ins Zentrum

Gewässer in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Holzkanal in Kolobrzeg

Bis in die siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts blieb Kolberg eine Art Festung und all deren Bauten zur Verteidigung wurden bewirtschaftet. Dies obwohl man zu Recht überlegen kann, ob solcherart gelagerte Verteidigungsanlagen mit Blick auf die neu aufkommenden Waffen noch zeitgemäß waren.

Die Wanderung führt nun weiter über die ul. Fredry und, nach dem Überqueren der Bahnschienen, die ul. Mysliwska. Rechts abgebogen, über den Parkplatz eines Plattenbaus, gelangt man auf die Kupiecka-Straße. Etwas später geht es von dieser rechts ab in die Unii Lubielskiej. Nach einigen hundert Metern biegt links die ul. Budowlana (Budowlana-Straße) ab, die ebenfalls wieder auf die Spur der früheren Stadtmauer führt. Man stellt fest, dass Kolberg relativ weiträumig auch außerhalb der Stadtmauern befestigt war, denn es kommen schon einige Kilometer zusammen. Am Ende der ul Budowlana kann man noch einen Blick auf die heutige Parsęta-Brücke, das frühere Batardeau, werfen.

Es bietet sich an, anschließend die Ausstellung im Museum der polnischen Waffen zu besichtigen: Das befindet sich gleich um die Ecke, dazu muss man nur rechts in die ul. Rzeczna abbiegen und dann gleich wieder rechts in die ul. Gierczak.

Strecke auf der Karte (rot markiert)
GPS-Track eines Stadtrundgangs