In Kürze: Die Seebrücke

  • Lohnenswertes Ausflugsziel
  • Bau der heutigen Seebrücke im Jahre 1973.
  • Zuvor gab es - ab 1881 - auch aus Holz gefertigte Seebrücken
  • Sanierung der Seebrücke erfolgte 2014/2015
  • Hier stand auch das berühmte Strandschloss  (1899-1945, Abriss der Reste 1962)

Keine Schönheit am Tage, aber doch ein guter Standort, Seeluft zu schnuppern und dabei dem Meer ganz nahe zu sein. Und am Abend und in der Nacht ein wunderbar romantischer Platz: Die Seebrücke von Kołobrzeg (Kolberg). Mit rund 220 Metern Länge belegt sie den zweiten Platz der polnischen Seebrücken aus Beton, was die Länge betrifft. Das war zum Zeitpunkt ihrer Errichtung nicht nur ein beliebter und moderner Baustoff, sondern wäre wohl auch heute noch ein Mittel erster oder zweiter Wahl. Noch etwas weiter ins Meer (550 Meter) ragt übrigens die begehbare Hafenmole.

Seebrücke in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Die Seebrücke von der Seeseite aus fotografiert

Im Gegensatz zu anderen Ostseestränden ist das Meer in Kołobrzeg sehr viel lebendiger, stürmischer und im Winter oft eisig und zugefroren. Daher wäre eine sicherlich schönere Holz-Seebrücke möglicherweise schnell beschädigt oder oft reparaturbedürftig. Die heutige Beton-Brücke wurde im Jahr 2014 ud 2015 grundlegend saniert und verschönert. Und: Stabil ist sie dank der neuen Betonockel sicher. Die früheren Holzbrücken mussten laut früheren Berichten regelmäßig erneuert werden, weil winterliche Eisblöcke im Meer vom Wind gegen die Brücke drückten, und diese dabei stark beschädigten.

Seebrücke in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café

Durch die Beplankung der heutigen Stahlbeton-Brücke mit einem Holzboden wirkt sie beim Daraufstehen allerdings sehr viel ansehnlicher als beim Blick darauf von unten oder von der Seite. Im Kontext mit dem direkt an der Seebrücke befindlichen Hotel Baltyk bildet die modernisierte Seebrücke mit dem modernisierten Hotel ein gutes Beispiel dafür, wie sich aus sozialistischer Architektur etwas machen lässt.

Seebrücke mit Vorfahren

Winterliche Seebrücke in Kolobrzeg - Kolberg. Foto: Kolberg-Café
Auch im Winter reizvoll: Die Seebrücke

Gebaut wurde die Seebrücke 1973. Zuvor befand sich hier auch schon eine Seebrücke, die allerdings aus Holz gebaut war. Die erste Version der Holzbrücke aus dem Jahre 1881 war noch sehr viel kürzer. Das berühmte, leider zerstörte, Strandschloss Kolbergs (1899-1945, Abriss der Reste 1962, siehe Geschichte), befand sich ebenfalls nahe der Seebrücke. Damit ist dieser Ort repräsentativ für Zerstörung, Veränderung, Wandel und Entwicklung der Stadt, im positiven wie im negativen Sinne. In jedem Falle aber ist der Ort ein wunderschöner Platz an der Natur und unter vielen fröhlichen Menschen, besonders im Sommer. Im Winter ist das Einatmen frischer Luft, das Durchwehen lassen und der Blick auf das endlose Meer für uns immer wieder Beweggrund, hierhin zu kommen.

Am Ende der Seebrücke kann man von dieser noch auf eine Art Ponton herabsteigen und von dort aus das Meer beobachten. Auch Möwen sitzen hier gern, aber selten auf den hier ebenfalls zu findenden Bänken. Bei stürmischem Wetter wird es hier schon recht feucht, weil die Gischt der Wellen mit hoher Wucht auf den Beton prallt und den spazierengehenden Fußgänger durchaus überraschen kann.