Ein besonderes Ereignis

von Jens Hansel (Kommentare: 4)

Die Sonderzugreise nach Kolobrzeg (Kolberg) 2015

Sonderzug von Berlin nach Kolobrzeg. Foto: Kolberg-Café
Sonderzug von Berlin nach Kolobrzeg

Es war ein besonderes Ereignis: Erstmals seit Jahren fuhr wieder ein direkter Zug von Berlin nach Kolobrzeg (Kolberg). Ein Sonderzug war es, und zwar gebucht vom Städtepartnerschaftsverein Freunde Kolbergs. Über 120 Teilnehmer verbrachten ein sonniges Wochenende an der Ostsee und hatten die Möglichkeit für den Besuch einiger Programmpunkte.

Einige Fotos der erlebnisreichen Reise sind in einer Galerie unten zu finden - Teilnehmer finden im internen Bereich viele Bilder. Neben der diesmal ganz besonderen Fahrt soll die Fahrt auch ein Signal für den Stellenwert der Bahnverbindung zwischen Deutschland und Polen sein. Auf jeden Fall geht ein herzlicher Dank an die Deutsche Bahn und die PKP der Region für die Ermöglichung der tollen Reise; einige Ansprechpartner der Bahn haben sich durch ein großartiges Engagement ausgezeichnet. Dafür ein ganz großes Danke, sowohl an die für die Fahrt aktiven Menschen in Polen wie in Deutschland. Die Teilnehmer der Reise waren begeistert von den Programmpunkten, die zusätzlich organisiert wurden.

Nach der pünktlichen Abfahrt am Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen - der Streik der Lokomotivführer war zwischenzeitlich beendet - am 22. Mai kam der Zug pünktlich in Szczecin (Stettin) an. Die folgende Hafenrundfahrt ermöglichte einen tiefen Eindruck der Aktivitäten im Hafen, den die Deutsche Bahn ebenfalls betreibt. Beeindruckend waren nicht nur die riesigen Frachter, sondern auch die gigantischen Hafenanlagen.

Die weitere Reise verlief entspannt durch die herrliche westpommersche Landschaft, die Reisegruppe wurde am Bahnhof in Kolobrzeg freundlich in Empfang genommen. Mit an Bord des Sonderzuges waren unter anderem der Bürgermeister der Stadt Kolobrzeg (Janusz Gromek) und der Bürgermeister von Berlin-Pankow (Matthias Köhne). Beide eröffneten am Abend des Anreisetages auf der sonnenbeschienenen Außenbühne des örtlichen Kulturzentrums (RCK) nach reichlich Musik die Kolberger Tage. Auch in dieser Ansprache war der Ausbau der Bahnverbindungen zwischen Deutschland und Polen Thema: Beide Bürgermeister votierten klar dafür.

Der Samstag begann weniger sonnig, dafür jedoch mit einem umfangreichen Programmangebot: Im Yachthafen fanden Vorführungen und Ausstellungen statt, auf der Parseta wurde ein Drachenbootrennen ausgetragen, eine Ausstellung im Museum wurde eröffnet und eine Stadtführung fand zahlreiche Teilnehmer. Schon am Abend war die Sonne wieder so wolkenfrei zu sehen, dass die Sonnenuntergang-Fotos am Hafen gelangen.

Sonntags schien es wieder fast Sommer: Die ersten Teilnehmer wagten sich in die Ostsee, am Strand wurde allmählich Sonnencreme Pflicht. Wen es nicht an das Meer zog, der besuchte den Hansemarkt oder die historischen Kanonenrekontruktionen an der Redoute am Hafen. Wie jeden Abend saßen viele Teilnehmer am Abend gemütlich bei Gesprächen aller Art zusammen, auch die Wahl in Polen war natürlich ein zentrales Thema.

Der Montag stand noch bis 15.30 Uhr zur Verfügung, bevor der Sonderzug um viertel nach vier wieder zur Rückreise startete. Ein Mittagessen war der gemeinsame Abschluss für alle Teilnehmer. Die Rückfahrt wurde aufgelockert durch ein Konzert bei einem Halt im Bahnhof von Gryfice, dort konnten Eisenbahnfreunde auch das örtliche Schmalspurmuseum besichtigen. Am späten Abend trafen die Teilnehmer wieder pünktlich am Bahnhof in Berlin ein.

Nachtrag am 30.5.2015: Im Zusammenhang mit der Reise hat sich der Bürgermeister von Berlin-Pankow, Matthias Köhne, gegenüber der Presse (hier Pankower Allgemeine Zeitung oder auch Berliner Woche) für eine direkte Bahnverbindung nach Kolobrzeg ausgesprochen. Auch der Bürgermeister von Kolobrzeg, Janusz Gromek, äußerte sich ähnlich auf der Bühne und in der örtlichen Presse. Dort wird zum Beispiel unter Miasto Kolobrzeg auch aktiv zur Bahnreise diskutiert. Im Wesentlichen sind die Kommentare positiv, da die Bahnverbindung auch die örtliche Wirtschaftskraft stärken könne und eine schnellere Anbindung an Berlin ermöglicht. Es gibt auch kritische Stimmen, die zu hohe Preise aufgrund vieler deutscher Gäste erwarten oder die Fahrt als Aktion für reiche Menschen betrachten. Letzteres finden wir, da wir es besser wissen, allerdings eher amüsant. Die Reise wird gerade, um die Zugangsschwelle niedrig zu halten, sehr günstig organisiert.

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Kommentar von Bergmann |

Hallo!
Vielen Dank für den Interessanten Bericht,von
Eurer Sonderfahrt.Nach Kolberg

Ich hoffe das Ihr die Deutsche Bahn ,mit der Fahrt
aufgeweckt,habt.Das sie endlich mal eine direkt Verbindung von Berlin nach Kolberg anbieten werden.Es gibt genug Fahrgäste.
Aber wie es aussieht sind die Fernbusse wieder einmal schneller,denn Flixbus plant mit seinen neuen Partner 2016 die polnischen Ostseebäder anzufahren,es finden bereits Planungen statt.

Kommentar von Jens Hansel |

Hallo auch von uns,

Danke für die Rückmeldung. Dass Anbieter von Fernbus-Reisen die polnischen Ostseebäder im Visier haben, ist natürlich eine interessante Information. Gibt es dazu vielleicht schon Informationen bei den Anbietern, oder müsste man anfragen?

Kommentar von Bergmann |

Hallo Jens Hensel!
Das Unternehmen Mein Fernbus Flixbus,plant div. Ostsseebäder ,deutsche sowie polnische ab 2016 in ihrem Fernbus Programm aufzunehmen,das wurde bekannt gegeben,als die beiden Unternehmen,zusammen fusionierten. Wie weit die Planungen sind ,das ist nicht bekannt.Sie halten sich aus Wettbewerbsgründen sehr bedeckt
Meiner Meinung nach währe das eine alternative zur
Deutschen Bahn.

Kommentar von Jens Hansel |

Vielen Dank für die Konkretisierung. Da bin ich natürlich sehr gespannt. Die Bahnverbindung ist zwar nicht so schlecht, die Fernbusse hätten aber den Vorteil des Wegfalls des Umstiegs und verschiedener Abfahrtsorte. Lassen Sie es uns einmal gemeinsam beobachten.