
Das 'alte Kolberg' ist heute ein beliebter Wohn-Vorort. Dort gibt es nur wenige Spuren der Vergangenheit - unter anderem die Kirche.
...Kirche in Budzistowo
Die kleine Backsteinkirche, gewidmet St. Johannes dem Täufer, ist nach mehreren Quellen das älteste Gebäude in Kołobrzeg (Kolberg). Gelegen im alten Kolberg, dem heutigen Budzistowo, befindet sich die ansehnliche Backsteinkirche etwa zwei Kilometer vom heutigen Stadtzentrum entfernt. In Budzistowo gibt es neben der Kirche noch ein Schlösschen zu sehen, ansonsten ist hier nicht viel los. Dennoch lohnt ein kleiner Abstecher auf jeden Fall.
Erstmals dokumentieren alte Dokumente aus dem Jahre 1222 diese Kirche. Die Kirche gehörte damit zum alten Kolberg, zur Burgstadt Kolberg. Der rechteckige Ziegelbau im Stil der Romantik wurde im 15. Jahrhundert ausgebaut: Eine Apsis kam hinzu und der Stil wurde gotisch, mit Spitzbogen-Portalen. Man kann bei genauem Hinsehen noch erkennen, wo sich die alten Portale im Norden und Süden befanden. Damals brauchte man zwei Eingänge, da der Nord-Eingang den Frauen und der Süd-Eingang den Männern vorbehalten war.
Spätere mehrfache Zerstörungen und Wiederaufbauten veränderten den Charakter des Gebäudes häufiger. So sieht man heute eine neogorische Fassade aus dem 19. Jahrhundert. Natürlich hat hier eine katholische Gemeinde ihren Sitz.
Die Kirche erreicht man am besten mit dem Auto – oder man wandert auf dem Jan-Frankowski-Weg, der mit grünen Wegzeichen markiert ist. Die Wanderung ist allerdings mit sechs Kilometern Länge ab Kołobrzeg (Leuchtturm) durchaus schon ein längerer und wandertechnisch nicht so schöner Programmpunkt. Man muss einen erheblichen Umweg laufen, da man nicht durch die Wiesen entlang der Parseta gehen kann. Leider bleibt somit nur die Alternative, entlang den Straßen - immerhin mit Fußwegen - zu laufen.
Wenn Sie ohnehin schon Budzistowo sind, sollten Sie noch ein paar hundert Meter weitergehen und sich das Schlösschen im Ort ansehen. Im sehr hübschen Gebäude befindet sich heute ein besseres Restaurant und Hotel. Es ist daher ein Privatgelände und Sie sollten sich daher nicht allzu touristisch dort benehmen, wenn Sie nicht dort Gast sind. Keine Sorge: Es wird sich niemand aufregen, aber als Hotelgast möchten Sie ja sicher auch nicht, dass allzu lebhaft Foto-Shootings auf dem Vorplatz des Schlösschens durchgeführt werden?



